à propos cooperation
...wenn wir schon bei den Kooperationspartnern und Anzeigen sind :-) ...ich find auch jene Anzeigen/"Credits" nicht uninteressant, die nicht gerade auf ein Filmfestival verweisen. So zählen zu den Förderern - abgesehen von den inländischen Geldgebern wie politischen Institutionen und Sozialpartnern - auch die Schweizerische Botschaft, obwohl die Schweiz nur mit zwei Filmen vertreten ist (vermutlich fällt die Förderung auch dementsprechend hoch aus ;-)). Jedenfalls ist Deutschland, das einen Gutteil des Programms stellt, mit keinem Förderer vertreten - die Franzosen, als einziges weiteres Land, stellt Geld aus den Töpfen der L'Agence du Cinéma Indépendant pour sa Diffusion und dem Institute Francaise (dem französischen Kulturinstitut) zur Verfügung. Frankreich ist schätzungsweise, nach grobem Blick auf das Programm, mit etwa einem dutzend Filme vertreten.
Nun ist es allerdings auch kein Wunder, das Deutschland seine Filme - zumindest in Österreich - nicht extra fördern muss, gibt es doch so viele, und darunter wie man bei Crossing Europe jedes Jahr wieder feststellen muss, auch genügend gute Produktionen (was man nach dem, was der ORF aus Deutschland zeigt, nicht für möglich halten würde). Und das ganze auch noch in der selben ("hohen") Sprache - hat man sich doch in österreichischen Produktionen spätestens ab Ende der 1930er-Jahre (nach kaum einem Jahrzehnt Tonfilm) im Grunde für immer vom Dialekt verabschiedet, und hat auch der ORF meines Empfindens nach ab etwa dem Zeitpunkt, als Tobias Moretti in Kommissar Rex durch Gedeon Burkhard ersetzt wurde, in sämtlichen Produktionen von der österreichischen Sprache verabschiedet - zwecks besserer Verwertung in Deutschland, versteht sich. Zu dem Schluss, dass es den österreichischen Film aufgrund seiner fast wie besessenen Fokussierung auf den deutschen Markt eigentlich gar nicht gibt, kam daher nicht nur Georg Schmid im 1996 von Ruth Beckermann herausgegebenem Buch "Ohne Untertitel", sondern auch der österreichische Filmproduzent Helmut Grasser (Allegro Film) in einem im Juni 2007 erschienenen Beitrag in der Presse.
Zwischen 1996 und 2007 hat sich beim österreichischen Film zwar viel getan, und auch Allegro Film hat mit "In 3 Tagen bist du tot" eine bemerkenswerte und überaus erfolgreiche Gegendarstellung zur "heiligen These der hochdeutschen Sprache im österreichischen Film" ermöglicht. Auch in Deutschland hat der Film rund 10.000 Besucher erreicht - mehr als viele hochdeutsche Produktionen aus Österreich die sich sonst jährlich an den deutschen Markt anbiedern. Aber im Grunde ist das Kuriosum das selbe geblieben: der österreichische Film glaubt ohne Deutschland nicht existieren zu können - und existiert gerade deswegen auch tatsächlich nicht (zumindest nach durchaus nachvollziehbarer Ansicht Mancher).
Die Schweiz scheint sich jedenfalls wesentlich leichter im Umgang mit ihrer eigenen Sprache zu tun. Abgesehen davon, dass dort Nachrichten und Wetterbericht ob der gesprochenen Sprache beinahe nach künstlerischen Installationen anmuten, wird dort auch ein Gutteil der Filme "uf Schwyzerdütsch" inszeniert. Was bei uns "Muttertag" oder "Hinterholz 8" war, heißt dort "Die Schweizermacher".
Mit Chrigu und Frontières finden sich jedenfalls eine schweizerische und eine schweizerisch- französische Koproduktion im diesjährigen Festivalprogramm. Zwar sind beides keine Schweizer Spielfilme (Frontières handelt in den Pariser Banlieus und Chrigu ist eine Dokumentation), doch würde ein Blick auf "urige" Schweizer Spielfilme oder das Schweizer Fernsehen (etwa über 3SAT) sicher mal gut tun. Und so schwer ist der Dialekt nun auch wieder nicht zu verstehen - es ist nur eine Frage der Gewöhnung ;-) Gerade im Jahr der gemeinsamen Fußball-EM, in dessen Vorfeld mir vorkommt dass die Schweizer Medien den Blick nach Österreich viel weniger scheuen als umgekehrt, wäre eigentlich auch eine nähere Beschäftigung mit dem Schweizer Film eine gute idee gewesen. Vielleicht nächstes Jahr?
Nun ist es allerdings auch kein Wunder, das Deutschland seine Filme - zumindest in Österreich - nicht extra fördern muss, gibt es doch so viele, und darunter wie man bei Crossing Europe jedes Jahr wieder feststellen muss, auch genügend gute Produktionen (was man nach dem, was der ORF aus Deutschland zeigt, nicht für möglich halten würde). Und das ganze auch noch in der selben ("hohen") Sprache - hat man sich doch in österreichischen Produktionen spätestens ab Ende der 1930er-Jahre (nach kaum einem Jahrzehnt Tonfilm) im Grunde für immer vom Dialekt verabschiedet, und hat auch der ORF meines Empfindens nach ab etwa dem Zeitpunkt, als Tobias Moretti in Kommissar Rex durch Gedeon Burkhard ersetzt wurde, in sämtlichen Produktionen von der österreichischen Sprache verabschiedet - zwecks besserer Verwertung in Deutschland, versteht sich. Zu dem Schluss, dass es den österreichischen Film aufgrund seiner fast wie besessenen Fokussierung auf den deutschen Markt eigentlich gar nicht gibt, kam daher nicht nur Georg Schmid im 1996 von Ruth Beckermann herausgegebenem Buch "Ohne Untertitel", sondern auch der österreichische Filmproduzent Helmut Grasser (Allegro Film) in einem im Juni 2007 erschienenen Beitrag in der Presse.
Zwischen 1996 und 2007 hat sich beim österreichischen Film zwar viel getan, und auch Allegro Film hat mit "In 3 Tagen bist du tot" eine bemerkenswerte und überaus erfolgreiche Gegendarstellung zur "heiligen These der hochdeutschen Sprache im österreichischen Film" ermöglicht. Auch in Deutschland hat der Film rund 10.000 Besucher erreicht - mehr als viele hochdeutsche Produktionen aus Österreich die sich sonst jährlich an den deutschen Markt anbiedern. Aber im Grunde ist das Kuriosum das selbe geblieben: der österreichische Film glaubt ohne Deutschland nicht existieren zu können - und existiert gerade deswegen auch tatsächlich nicht (zumindest nach durchaus nachvollziehbarer Ansicht Mancher).
Die Schweiz scheint sich jedenfalls wesentlich leichter im Umgang mit ihrer eigenen Sprache zu tun. Abgesehen davon, dass dort Nachrichten und Wetterbericht ob der gesprochenen Sprache beinahe nach künstlerischen Installationen anmuten, wird dort auch ein Gutteil der Filme "uf Schwyzerdütsch" inszeniert. Was bei uns "Muttertag" oder "Hinterholz 8" war, heißt dort "Die Schweizermacher".
Mit Chrigu und Frontières finden sich jedenfalls eine schweizerische und eine schweizerisch- französische Koproduktion im diesjährigen Festivalprogramm. Zwar sind beides keine Schweizer Spielfilme (Frontières handelt in den Pariser Banlieus und Chrigu ist eine Dokumentation), doch würde ein Blick auf "urige" Schweizer Spielfilme oder das Schweizer Fernsehen (etwa über 3SAT) sicher mal gut tun. Und so schwer ist der Dialekt nun auch wieder nicht zu verstehen - es ist nur eine Frage der Gewöhnung ;-) Gerade im Jahr der gemeinsamen Fußball-EM, in dessen Vorfeld mir vorkommt dass die Schweizer Medien den Blick nach Österreich viel weniger scheuen als umgekehrt, wäre eigentlich auch eine nähere Beschäftigung mit dem Schweizer Film eine gute idee gewesen. Vielleicht nächstes Jahr?Otto Normalcrosser - 20. Apr, 22:02


