Donnerstag, 24. April 2008

Zwischendurch

Am dritten Festival-Tag habe ich nun sechs Filme gesehen. Und kein Gefühl mehr für Zeit. Den vom Sitzen bereits tauben Beinen, wird allabendlich schnell wieder auf die Sprünge geholfen. Davon ist gestern mit Sicherheit keins ruhig geblieben! Man, haben uns die eingeheizt oder wie man bei uns so schön sagt: „de Wadln vire g’richt“!
Wie voraus gesehen, hab ich meinen Plan für den Rest des Festivals bereits über Bord geworfen. Mit verstärktem Augenmerk auf das Panorama werde ich nun meine Europareise fortsetzen. Love, Beat & Beatbox und die Local Artist Pr. 2 kann ich dabei wärmstens empfehlen. Und die Kapu ist ja bekanntlich auch ein Garant für delikate Selektion. Gähnattacke ausgeschlossen. Als ich während einer Wettbewerbsvorführung, den schon etwas älterer Herren neben mir, mit Kopf im Nacken und speerangelweit geöffneten Mund erblickte, wusste ich nicht so recht ob er nur jetzt oder für immer eingeschlafen ist. Das Ende des Filmes brachte ihn dann doch wieder ins Leben zurück. Naja - mich auch.
Damit der Kreislauf wieder in Schwung kommt und um Beziehungskisten endlich mal von einem anderen Blickwinkel zu betrachten, werde ich mir gleich noch vor der Nightline Inside geben. Im Falle eben jenes will sich den Weg in die Freiheit erkämpfen, bewaffne ich mich vorsichtshalber mit einem Kübel vom Treppenaufgang. Red Worm’s Farm mit Mo Wador werden danach sicherlich wieder alles einrenken. Und mehr noch...
Eure Anna Weniger

vijf

Sehr geehrte CrossblogerInnen!
Gestern Abend konnte ich dank der Dokumentation LOVE, PEACE & BEATBOX von Volker Meyer-Dabisch einen Einblick in die (deutsche) Beatbox-Szene gewinnen und mit Genugtung feststellen, dass es selbst in Berlin eine starke Gegenbewung im Hip Hop zum stupiden deutschprachigen Gangsterrap gibt. Der Titel des Films enspricht dem Lebensmotto der führenden deutschen Beatboxer, batteln auf der Bühne gehört dazu, im echten Leben herrscht aber Verbundenheit in der Szene. Die Nightline gestalteten dann FINO und der aus Frankreich angereiste VICIARIOUS BLISS teilweise gemeinsam an den Turntables. Electronische Beats aufgelockert durch Sex Pistols - sehr schön! Bin schon gespannt ob das TRAUMATIC TRUE MAGIC SUPASOUNDSYSTEM das heute toppen kann...
Den heutigen Tag leitet für mich OTTO; OR, UP WITH DEAD PEOPLE ein, mehr Slapstik als Horror, aber meines Wissens der erste Film über schwule Zombies. Leider fehlte mir aber der Adrenalinschub, den gestern mittag [REC] ausgelöst hat, so pausierte ich bis 18.00h, um dann eine fast überrannte Vorstellung von THIS IS ENGLAND zu besuchen. Ein Film von Shane Meadows über das Heranwachsen im England der frühen 80iger. Bei diesem Streifen wären allerdings Untertitel hilfreich gewesen, da der englische Skinhead-Slang teilweise nur schwer zu verstehen war.
Babelfisch für alle wünscht
Ihr DAN ROCKER

The shortes way, but not legal

Attention all CrossingEuropeans! Were you in Linz on the 26th of October, 2006? It was a Thursday, if that helps your memory. No good? Well, unless your name happens to be Mary Pierce, and you are a professional tennis player (unlikely, I know), you’d be forgiven for “drawing a blank.”
Pierce was playing in a tournament here in Linz on that date, against Vera Zvonareva, when she suffered a particularly nasty injury. In the spirit of the original weblogs, which often consisted of just a list of webpages the blogger had visited that day, I now direct you to it at http://de.youtube.com/watch?v=WcG0RylJ8yE
It was posted by an individual calling themselves “Picsaver”, who rather heartlessly describes its contents thus: Mary Pierce tored [sic] her cruciate ligaments in the match against Wera Swonarewa at the WTA tournament in Linz. She cries in agony like hell. Awesome !!!”
There are evidently rather a lot of sick and/or sadistic folks out there, as at the time of writing this clip has been viewed no fewer than 427,574 times. But this doesn’t actually hold the record for the most popular Linz–related clip on the internet. That honour instead belongs to the somewhat self-explanatory ‘Car in the Subway’ (‘The shortes [sic] way, but not legal’), posted by ‘BlueAngel2006’ on 24th March 2006:
http://de.youtube.com/watch?v=un5UbyGRf-o
It’s debatable whether this clip – the music is, as experts on old-school Hamburg hip-hop won’t need reminding, An Tagen Wie Diesen by Fettes Brot (with Finkenauer), sampling Falco’s uber-notorious single Jeanny – shows Linz in a more appealing light than the Mary Pierce incident. Is this how the younger Linzers get their kicks these days, by putting their own lives (quite literally), on the line?
Or should we take some degree of comfort from the fact that, even in this modern age where security and safety are so dominant, there still exists a rebel element within society who isn’t just going to break the rules, but is going to broadcast the fact to the world on the internet.
Of course, merely by viewing the clip it could be argued that by even looking at the clip you have added to the hit-count and thus have boosted the its prominence, and thus inadvertently encouraged others to engage in similarly foolish / reckless /antisocial acitivity.
Here we see, yet again, the pleasures and inescapable dangers of the moving image – worth remembering in this of all weeks. And in a way, Crossing Europe itself is a little like that speeding car: the way it zooms eyecatchingly, audaciously, intriguingly, unavoidably, though what is, for the rest of the year, a rather quiet, perhaps even sleepy city, leaving a variety of impressions, from openjawed admiration to blank–faced bemusement, in its noisy wake. We, of course, are the passengers: and we ride, and we ride.

achterbahn

ein paar stunden später. stiegen rauf, rauf, rauf, ums eck zurück an den selben ort. musik liegt in der luft, rosa freideck mit verlassenen stühlen, schwarzes nass, trockener himmel, trockener wein, flüssiges plaudern. sounds like a cosmic story. schockierende verwandlungen. wieder diese menge leute. faszinierend. die freude ist gross. mobilisierte masse. und fette beats. VICARIOUS BLISS. tanzen, springen, wirbeln, jubeln. oh baby, we definitely are pretty vacant! dann abwärts, langsam, mühsames fortbewegen. und wieder rauf, rauf, rauf, immer schneller im höhenflug. killing in the name of? immer dem dirigenten nach. plötzlich war dieser abend wie ein spiegel. ständiges auf und ab und hin und her und rundherum. im schwindel dann raus in die frische linzer stahlstadtluft, nach hause. heller tag, spannender tag, donnerstag. sonne geniessen. in freudiger erwartung auf die heutige nacht.
und bitte: mit viel pfeffer und minze!

und nun ein pfefferminz zum aufwachen

mit einem tag verspätung:
gestrige ergüsse - oh ja, ich meine den regen - hinter uns gebracht, ein paar stunden schlaf später mit etwas flauem magen und einer rauhen stimme: ein kleiner lesebeitrag zur nightline. obwohl filmfestival gibts hier nur senf zum abendprogramm. etwas verloren bereits um 10 am partydeck, sinnierend bei einem gläschen rotwein - der falsche ort zur falschen zeit im falschen universum. wo sind die menschen? ein wimpernschlag später, tausende gesichter im raum. lonely soldier among moviefanatics. hypnotisiert bewegte gliedmassen zu den rhythmen des DJs vor dem eigentlich schwarzen roten samtvorhang - nette abtanzende barmänner und heiße heiße luft. dann die frontale, alles aufsaugende bombardierung mit bruckmayr-sound. aufgabe der selbstkontrolle und einfach bewegen, bewegen, bewegen. altbekannte neubekannte unbekannte gesichter. city politics. questionmarks. alcohol and cigars. und irgendwann hörte es auf zu regnen.

Tag 2 is vorbei

Tja, Didi Bruckmayr blieb mir gestern verwehrt - habe ich doch kein Auto und ist das Nahverkehrsangebot im Großraum Linz nach wie vor auf ein Minimum beschränkt.... musste den letzten Zug der Mühlkreisbahn um halbelf erwischen :-/ Heute hab ich allerdings ein kleines Risiko gewagt und zu Gunsten der Nightline Auto gestoppt... (bei der Gelegenheit hab ich erfahren, dass es kaum 20 Jahre früher mit dem ÖPNV noch viel schlimmer ausgesehen hat... da standen in der Urfahraner Rudolfstraße, der Ausfallstraße ins westliche Mühlviertel, allabendlich bis zu 15 Leute (Schüler, Studenten) die nach Hause mussten, da der letzte Zug respektive Bus schon um halbsieben gefahren sein dürfte... daher wohl auch der bis heute nicht abgeschüttelte Begriff "Linz ist Provinz". Dem gesamten Linzer Kultur- und Nachtleben wäre sehr geholfen, wenn Busse und Züge nicht oft schon um 19 Uhr (einige Buslinien), 20 Uhr oder spätestens 23 Uhr (bis dahin übrigens im 1-Stunden-Takt, falls überhaupt!) fahren würden.

Naja aber nun wieder zurück zu erfreulicheren Seiten von Linz: das Crossing Europe etwa ;-) Hab heut zwar nicht wie geplant bereits ab 11 Uhr ein Kurzfilmprogramm und den Wettbewerbsfilm Charly gesehen (werds in den nächsten Tagen nachholen), dafür aber das erste mal im Gelben Krokodil gegessen, was auch ein sehr schönes Erlebnis ist :-) Hab dann am Abend das Kurzfilmprogramm Linz Docs gesehen - im kleinen, aber dafür restlos vollen Moviemento-Saal 3 - und gleich danach im Saal daneben Thomas Heises Stau bzw. Material/Spuren.

Trivial Europe, der Film, der den Hauptteil der Linz Docs ausmacht, eröffnete uns andere (bzw. überhaupt die ersten) Blicke auf fünf europäische Städte (Thessaloniki, Novi Sad, Linz, Essen, Liverpool) - und zwar aus der Sicht einiger Einheimischer, die mit bergmännischer Stirnlampe ausgestattet Lieblingsorte in "ihrer" Stadt zur Nachtzeit zeigen. Besonders gefallen haben mir hierbei die letzten etwa 15 bis 20 Minuten, wo man das tatsächliche Nachtleben zu sehen bekommt. Und natürlich nicht gerade jugendliche Diskos oder große Konzerte, sondern schlicht Lieblingsorte der "Guides". So sah man eine Gruppe von Leuten in Novi Sad mitten auf der Straße musizieren und tanzen, in Thessaloniki wurde zur Gitarre gesungen und in Liverpool führte uns ein Transvestit äußerst humorvoll in ihre/seine Lieblingsbar. Aus Linz und Essen gab es hingegen von keinen derartigen Ereignissen zu berichten... wir tanzen weder auf der Straße noch stimmen wir spontan Volkslieder zu Gitarrenmusik an, wenn man sich abends trifft... eigentlich schade, oder? ;-)

crossblog

Crossing Europe Filmfestival Linz // 22.-27. April 2008

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