Freitag, 25. April 2008

šest

Guten Abend, die Madln, Servas, die Buam!
Puhah, Schauder, Räusper. Comiczeichner haben es leichter als Crossbloger Gefühlswallungen zu beschreiben. Unter solchen litt ich massiv, zumindest die ersten Minuten nach À L’INTERERIEUR/INSIDE. Doch die erwartungsvollen, vermutlich auf meine Gesichtsfarbe fokkusierten Blicke, der beim mittäglichen Cafe sitzenden KollegInnen im Stern, die den Film zum großteil bereits am Vorabend genießen durften, konnten mich wieder etwas beruhigen. Angeblich haben Julien Maury, Alexandre Bustillo und ihr Team beim der Produktion des Films sehr viel Spass gehabt, das Endergebniss lässt das Publikum dies jedoch kaum vermuten, es ist mit abstand das Ärgste das ich bisher auf einer Kinoleinwand gesehen habe. Dannach gings weiter zur Doppelvorstellung STAU - JETZT GEHT‘S LOS; MATERIAL / SPUREN von Thomas Heise. Ersteres eine Dokumentation über Neonazis aus Halle im Jahre 1992, phasenweise vielleicht etwas langatmig aber durchaus Aufschlussreich, wenn man sich für das Privatleben von brunzdummen Faschisten interessiert. MATERIAL / SPUREN im Anschluss war dafür das Sinnloseste das ich bisher auf einer Kinoleinwand gesehen habe: ungeschnittenes Rohmaterial, das zwar im Kopf Heises mitteinander in Zusammenhang stehen dürfte, bei mir und (hier getraue ich mich ausnahmsweise für andere zu sprechen) zumindest einem Großteil des Publikums nur Kopfschütteln hervorrief. Bei der zweiten Doppelvorstellung meines heutigen Crossing Europe Tags, NACIONALNI PARK; DARSMAT DHE PAMPERSAT handelte es sich um Filme, die vom DOKUCITY Festival in Prizen/Kosovo nach Linz geschickt wurden: Endlich einmal Bilder aus dieser Gegend, die nicht nur Krieg und Vertreibung sondern auch Lebensfreude zeigen.
Nicht vergessen möchte ich die gestrige Nightline, sowohl das TRAUMATIC TRUE MAGIC SUPASOUNDSYSTEM als auch die (Rest-)Italiener von RED WORMS FARM konnten nicht nur mich überzeugen!
Shake well heute Abend wünscht
Ihr DAN ROCKER

Große Empfehlung: Revanche

sodala ... habe grade Revanche von Götz Spielmann gesehen und nun bis zu Kenedy is getting married mal etwas Zeit :)

Goetz_Playman3-------------- Playman or Playboy? ----------->
Habe soeben das "Austrian Screening" Revanche von Götz Spielmann gesehen und bin sehr beeindruckt. Etwas gewundert hat mich, dass der Movie-Saal 2 mit etwa 50 Leuten nur halb gefüllt war. Vielleicht lags an der frühen Tageszeit (11.30), vielleicht wirkte aber auch die Spieldauer von 2 Stunden abschreckend. Ich weiß es nicht - Fakt ist, dass mindestens 50 Leute ordentlich was versäumt haben. Denn während manch anderer Film schon nach 50 Minuten, oder mancher Experimentalfilm schon nach 50 Sekunden ;-), langweilig wird, hat Revanche mit 120 Minuten keine Sekunde vergeudet oder Langeweile gestiftet. Könnte man im Vorhinein noch dazu geneigt sein, den Film als klassisches österreichisches Hardcore-Drama abzustempeln (Die New York Times hat ja mal geschrieben, "Austria is the world capital fo feel bad cinema"), muss man sich mit diesem Film - zum Glück - eines besseren belehren lassen.

Zugegeben, ich kannte bisher noch keinen von Götz Spielmanns Filmen, und weiß daher auch nicht, ob er in diese Schiene der "Austro-Dramen" einzuordnen wäre - aber wie auch immer - mit diesem Film ist er sehr geschickt und ganz bewusst diesem Muster entkommen. Der Film ist viel optimistischer, als man zuerst (und gerade bei Kenntnis klassischer österreichischer Filmdramen) erwarten würde, und auch als der Film selbst anfangs vortäuscht. Denn obwohl sich immer wieder Handlungsstränge zuspitzen, sodass katastrophale Ereignisse vorprogrammiert scheinen, gibt der Film seinen Akteuren um so viel mehr Verstand (und vielleicht auch Glück, statt üblicherweise Unglück) dass eben jene Katastrophen gerade nicht eintreffen. Schon im Bordell hätte alles eskalieren können, auch im Zuge des Banküberfalls hätte noch viel mehr schief gehen können, und in der Folge erwartet man eine bittere "Revanche" - allerdings baut der Film ja gerade darauf auf, dass plumpe Handlungsstränge, wie man sie als "geübter" Zuschauer oft erwarten würde (zb. Gewalteskalation, unglückliche/ungeschickte/tollpatschige Zufälle mit schweren Folgen, etc...) geschickt umgangen werden. Das einzige wahre Unglück - und darum gehts ja in dem Film - ist die Flucht nach dem Bankraub, bei dem die Geliebte des Bankräubers (die Prostituierte) ums Leben kommt.

Der Film heißt "Revanche" - also man kann schon ahnen, was dem unglücklichen Bankräuber nun in den Sinn kommt, als er erfährt, dass der Polizist und seine Frau in unmittelbarer Nachbarschaft seinen Großvaters am Land (dem er beim Holzhacken hilft) wohnen. Doch wer nun meint, sich den weiteren Verlauf denken zu können, irrt sich wieder gewaltig. Ich will nicht zu viel verraten, aber es kommt ganz anders, als es der Zuseher - und scheinbar auch die Charaktere im Film - erwarten würden. Nicht nur der Zuseher wird immer wieder überrascht, auch die Hauptpersonen überraschen sich gegenseitig immer wieder mit ungeahnten Aussagen und Handlungen, was dem Film auch einen gewissen Witz gibt.

Der Film ist einfach vorbildlich zusammengestrickt worden, und vermeidet eigentlich alle Fehler, die mir bei so einem Film einfallen würden. Fehler, wie ich sie etwa bei Filmen Hans Weingartners (Die fetten Jahre sind vorbei, Free Rainer - wirklich gute Filme, aber mit teils schweren dramaturgischen und anderen Fehlern, die dem Zuseher einfach weh tun müssen) oder auch Michael Glawoggers (noch bessere Filme, aber auch noch nicht so gut, wie das Potenzial der Geschichten wäre) kenne, erwartet und sucht man bei Revanche vergeblich. Das macht den Film so schön und spannend bis zur letzten Minute. Der beste Film den ich bislang am Festival gesehen habe, und der beste österreichische Film seit....?

PS: der Film startet am 16. Mai in Österreich

Splitter

Hhhhuuuuucccchhhhhh! Tief durchatmen und... Weiter geht’s.
Ja, es ist DAS einschneidende Filmerlebnis schlechthin! Selbst noch heute Morgen verspürte ich dieses komische Matschgefühl im Unterleib.
À L’Interérieur/Inside ist ein echt harter Brocken! Das Wissen um den Spaß während der Dreharbeiten, fließt bereits beim Vorspann den Abfluss runter. Mir ist kein Film in diesem Genre bekannt, der ähnlich vielzählig mit Reproduktions- und Kastrationsmetaphern bestückt ist wie dieser.
Rot ging’s dann auch weiter. Red Worm’s Farm haben ihre Instrumente geritten wie die Teufel! Meine Vorfreude endlich mal eine Frau auf der Bühne zu sehen, konnte ich aber leider bald in den Wind blasen. Mo Wador hat - aus scheinbar sehr wichtigen Gründen - ihren Gig absagen müssen. Die ausgehängten Infos dazu, hab ich aber in meinem Blutrausch nicht mehr aufnehmen können. Das werde ich heute nachholen. Und inzwischen warte ich gespannt, mit Blick auf http://profile.myspace.com/mowador, wo sie als nächstes live ihre Kunst zum Besten geben wird.
Mit dem noch immer anhaltenden Adrenalinschub von gestern Abend, werde ich den Rest des Festivals leicht ohne Schlaf auskommen und die Nächte durchtanzen. Vorher mach’ ich noch schnell einen Abstecher nach Serbien. Ich schreib’ eh! Eure Anna Weniger

einfach abhauen

10:36...eigentlich viel zu früh. war die gestrige nightline-night ja doch etwas länger. vogelgezwitscher. anfangs noch am gelben krokodil geritten, rauf in den partydschungel. red worms farm, die haben gas gegeben. wow. obwohl ich ja eher auf der electroseite des lebens stehe. lustige begegnungen. und wer ist diese mo wador? prinzipiell ganz egal. schon wieder wie ein spiegel. wollte ich nicht auch schon lange einfach alles hinter mir lassen? 180gradwendung und rauf ins abenteuer. verwirrt. what the heck was that? nightline als psychotherapie? ...to be continued

crossblog

Crossing Europe Filmfestival Linz // 22.-27. April 2008

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