Neues Jahr, Neues Glück
Es ist 2009, und das 2004 erstmals durchgeführte Festival wird... ja was wird es? Fünf oder sechs? Nach menschlichen Maßstäben, mit der Geburt im April 2004, würden wir heuer den 5. Geburtstag des Festivals feiern. Aber eigentlich findet es ja schon zum 6. Mal statt. Ehrlich gesagt weiß ich jetzt nicht, wie das offiziell gehandhabt wird. Im Grunde könnte man ohne große Augenauswischerei sowohl 2008 und 2009 den 5. Geburtstag feiern :) Aber feiern wir doch lieber die 6. Durchführung des Festivals, denn mit jedem zusätzlichen Jahr steigt die Reputation, die ein Festival bloß ihres Alters wegens bereits bekommt. In der Hinsicht sieht das Zurich Film Festival (ja, es schreibt sich Zurich und nicht Zürich) wirklich alt.... äh Verzeihung, jung aus. Ich hatte letzten September die zufällige Ehre, das Festival mitzuerleben. Zumindest die Eröffnung und die PR und Berichterstattung darüber vor Ort.
Das Festival ist um eineinhalb Jahre jünger als das in Linz, benimmt sich aber ungleich überheblicher und wichtigtuerisch. Mit ausgerolltem roten Teppich, dutzenden Pinguin-Securities und in bester Abendrobe gekleidetem, brav in einer langen Schlange angestelltem, Premierenpublikum, beging dieses Festival seine Eröffnung. Die besonders wichtigen Gäste fuhren mit Limousinen oder zumindest besonders schweren Mercedes vor. Das gemeine Volk, dass diesem Spektakel zuzujubeln hatte, wartete geduldig auf die Stargäste, nämlich das Team rund um Der Baader Meinhof Komplex (Bernd Eichinger, Moritz Bleibtreu u.a.) und vor allem: Silvester Stallone! Ja, Silvester Stallone! Er lebt noch und tritt angeblich auch noch in Filmen auf. Die dutzenden Fotografen und Kamerateams fotografierten und filmten aber auch alle anderen, vielleicht nicht mal dem Schweizer Publikum bekannten, C- und D-Promis, die ansonsten über den roten Teppich glitten.

Fragt sich, wie ein so junges Festival so viel Glamour vortäuschen kann, wo es doch programm- und auszeichnungsmäßig eher bescheiden zu geht. Wobei jeder Gewinner 150.000 Schweizer Franken, also an die 100.000 Euro, mit nach Hause nehmen darf. Aber es ist ja Zurich - da spielt Geld keine Rolle und ein schicker Anstrich und lockerer Umgang mit Geld ist wichtiger als Inhalte. Und Silvester Stallone, als prominentester Gast, hatte immerhin einen Film zu bewerben. Außerdem ist er jung und braucht das Geld.
Angeblich durften auch normale Menschen das Festival besuchen. Allerdings nicht am Premierenabend. Und auch bei normalen Eintrittspreisen erscheint einem ein Kinobesuch schon eher wie ein Luxus, beträgt er doch umgerechnet um die 12 Euro (18 Franken), also etwa doppelt so viel wie hierzulande, und selbst Schweizer emfpinden 18 Franken als einen hohen Kinoeintrittspreis.
Da ist mir die österreichische Variante - wobei ich nicht sagen kann, wies auf der Viennale, die sich ja ebenfalls als internationales "A"-Festival zu präsentieren versucht, zu geht - schon lieber. Jedenfalls ist mir die Linzer Variante lieber, wo all der Glamour-Schnickschnack weitgehend fehlt, stattdessen aber coole Nüchternheit in Design und Durchführung des Festivals vorherrscht, und wo statt Securities engagierte, filmbegeisterte Mitarbeiter für eine entstpannte, sympathische Stimmung bei Publikum und Filmschaffenden sorgt. Außerdem finde ich junges, aufstrebendes europäisches Kino viel interessanter, als recyceltes Hollywood-Alteisen. Soll er doch Gouverneur werden, der Stallone.
Das Festival ist um eineinhalb Jahre jünger als das in Linz, benimmt sich aber ungleich überheblicher und wichtigtuerisch. Mit ausgerolltem roten Teppich, dutzenden Pinguin-Securities und in bester Abendrobe gekleidetem, brav in einer langen Schlange angestelltem, Premierenpublikum, beging dieses Festival seine Eröffnung. Die besonders wichtigen Gäste fuhren mit Limousinen oder zumindest besonders schweren Mercedes vor. Das gemeine Volk, dass diesem Spektakel zuzujubeln hatte, wartete geduldig auf die Stargäste, nämlich das Team rund um Der Baader Meinhof Komplex (Bernd Eichinger, Moritz Bleibtreu u.a.) und vor allem: Silvester Stallone! Ja, Silvester Stallone! Er lebt noch und tritt angeblich auch noch in Filmen auf. Die dutzenden Fotografen und Kamerateams fotografierten und filmten aber auch alle anderen, vielleicht nicht mal dem Schweizer Publikum bekannten, C- und D-Promis, die ansonsten über den roten Teppich glitten.

Fragt sich, wie ein so junges Festival so viel Glamour vortäuschen kann, wo es doch programm- und auszeichnungsmäßig eher bescheiden zu geht. Wobei jeder Gewinner 150.000 Schweizer Franken, also an die 100.000 Euro, mit nach Hause nehmen darf. Aber es ist ja Zurich - da spielt Geld keine Rolle und ein schicker Anstrich und lockerer Umgang mit Geld ist wichtiger als Inhalte. Und Silvester Stallone, als prominentester Gast, hatte immerhin einen Film zu bewerben. Außerdem ist er jung und braucht das Geld.
Angeblich durften auch normale Menschen das Festival besuchen. Allerdings nicht am Premierenabend. Und auch bei normalen Eintrittspreisen erscheint einem ein Kinobesuch schon eher wie ein Luxus, beträgt er doch umgerechnet um die 12 Euro (18 Franken), also etwa doppelt so viel wie hierzulande, und selbst Schweizer emfpinden 18 Franken als einen hohen Kinoeintrittspreis.
Da ist mir die österreichische Variante - wobei ich nicht sagen kann, wies auf der Viennale, die sich ja ebenfalls als internationales "A"-Festival zu präsentieren versucht, zu geht - schon lieber. Jedenfalls ist mir die Linzer Variante lieber, wo all der Glamour-Schnickschnack weitgehend fehlt, stattdessen aber coole Nüchternheit in Design und Durchführung des Festivals vorherrscht, und wo statt Securities engagierte, filmbegeisterte Mitarbeiter für eine entstpannte, sympathische Stimmung bei Publikum und Filmschaffenden sorgt. Außerdem finde ich junges, aufstrebendes europäisches Kino viel interessanter, als recyceltes Hollywood-Alteisen. Soll er doch Gouverneur werden, der Stallone.
Otto Normalcrosser - 3. Apr, 13:27


