[>>]

Sonntag, 12. April 2009

Blick auf den Wettbewerb

11 Filme aus 10 Ländern werden dieses Jahr im Wettbewerb Europäisches Kino gezeigt. An jeweils drei davon sind deutsche und französische Hersteller beteiligt, zwei Filme sind niederländische Alleinproduktionen. Die übrigen Filme wurden von oder in Zusammenarbeit mit Herstellern aus Schweden, Schweiz, Italien, Bosnien, Iran, Großbritannien und Türkei hergestellt. Internationaler könnte der Wettbewerb also kaum ausfallen.

Dass sich auch der Iran, der unumstritten nicht in Europa liegt, an einem Wettbewerbsfilm beteiligt ist, liegt am Film Snow (Snijeg), einer bosnisch-deutschen-französischen-iranischen Koproduktion, einem der vermutlich brisantesten Filme des diesjährigen Wettbewerbs. Darin sehen sich bosnische Frauen nicht nur mit der Suche nach vermissten und tot geglaubten Angehörigen konfrontiert, sondern auch mit dem Kampf ums eigene Überleben und gar gegen Grundstücksspekulanten. Klingt emotional, aufreibend, dramatisch, und wurde bereits an der Sémaine de la Critique in Cannes 2008 ausgezeichnet. Aida Begić lieferte damit ihr Spielfilm-Regiedebüt ab. Ihre Kollegin Elma Tataragić, mit der Begić die Produktionsgesellschaft Mamafilm gründete, wird bei den Filmvorführungen anwesend sein.

UZAK İHTIMAL / Wrong RosaryNeben Vergangenheits- und Alltagsbewältigung im Nachkriegsbosnien findet sich noch ein weiterer Film im Wettbewerb, der sich explizit auf ein politisch-gesellschaftliches, in diesem Fall insbesondere religiös-kulturelles Thema bezieht: Wrong Rosary (Uzak İhtimal). Ein türkischer Film von Regisseur Mahmut Fazıl Coşkun, ebenfalls ein Spielfilmregiedebüt. Es geht um Musa, einen neuen Imam in einer Moschee in Istanbul, der, elegant formuliert, a wengal auf seine katholische Nachbarin, Clara, steht. Er folgt ihr in die Kirche, wo er Yakup trifft, der ebenfalls an Clara interessiert ist. Alle drei lernen sich kennen, doch offen miteinander sprechen, scheinen sie nicht zu können. Wie das alles genau zam geht und aussieht, werden wir wohl erst im Kino erfahren. Soweit die einzigen beiden Wettbewerbsfilme, die politisch- oder religiöse Themen behandeln.

Die übrigen 9 Filme sind die "üblichen" Beziehungsg'schichten, die zwar nicht weniger interessant sein müssen, aber sich grundsätzlich auf tausendfach ausgetretenen Pfaden bewegen und dementsprechend leichter auf den Punkt gebracht werden können: Frau findet Obdachlosen (The Noise in My Head (Du bruit dans la tete)), Frau sucht Halt (Can go through Skin (Kan door Huid heen)), Vater findet Tochter (Grown Ups (Les Grandes Personnes)) und... nein, ok, ich geb's zu, so leicht lassen sich die übrigen Filme doch nicht in drei Worten erklären ;-) Lediglich einen gemeinsamen Nenner haben die meisten der elf Filme tatsächlich - was aber für Spielfilme ohnehin alles andere als die Ausnahme ist - nämlich Beziehungen: zwischen Vater und Tochter (Grown Ups und Versailles), Mutter und Sohn (Mid-August Lunch (Pranzo di Ferragosto)), Frau und Mann (Can go through Skin), Frau und ausgegrenztem Mann (The Noise in my Head), Frau und Clown (Calimucho), Bub und Mädel (Unmade Beds), Mann und Mann (Rückenwind) und schließlich zwischen vielen Männern und Frauen (Involuntary (De Ofrivilliga), es geht um Gruppenzwang).

Auf alle diese Filme kann ich allerdings nicht in einem einzigen Beitrag eingehen. Ich kann jedoch meine persönlichen Favoriten nennen - Filme, die ich unbedingt oder eher sehen will. Nämlich, neben den beiden bereits erwähnten Filmen:

- Unmade Beds: Teenager in der Londoner Partyszene - und ihre Teenager-Probleme, mit denen sie teenager-artig umzugehen versuchen. Das klingt doch aufregend, oder? :)

- Les Grandes Personnes / Grown Ups: Wieder Teenager, besser gesagt eine 17-jährige Teenagerin, die im Mittelpunkt steht. Gemeinsam mit ihrem Vater auf Urlaub, bleibt ihr nichts anderes, als erste Erfahrungen mit "Jungs" zu machen. Der Vater sucht währenddessen Wikingerschätze. Typisch schwedisch, oder?

Ebenfalls unterhaltsam, aber vielleicht nicht unbedingt auf jugendliches Publikum zielend, dürfte Pranzo di Ferragosto / Mid-August Lunch sein. Ein italienischer Film rund um ein Muttersöhnchen, dass sich, obwohl selber halbwegs ins Alter gekommen, nicht von seiner Mutter emanzipieren kann... ach, schon wieder so ein Klischee - typisch italienisch, oder? ;-)

crossblog

Crossing Europe Filmfestival Linz // 20. - 26. April 2009

User Status

Du bist nicht angemeldet.

Aktuelle Beiträge

No repetition
Mit einem müdigkeitsbedingtem Sprachdefizit und...
AnnaWeniger - 27. Apr, 23:39
Chlini Bilanz
Wie bereits Dan Rocker und Neil Young möchte auch...
Otto Normalcrosser - 27. Apr, 02:22
Linz, einzeln
So, I just got out of Muezzin at the City-Kino, which...
Neil Young - 27. Apr, 02:05
Generally spoken, Austria...
Generally spoken, Austria has a Naziproblem...
Otto Normalcrosser - 26. Apr, 23:57
Tot ziens!
Nachdem hallo auf Niederländisch hallo heisst,...
danRocker - 26. Apr, 17:50

Archiv

April 2009
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
So
 
 
 1 
 2 
 4 
 9 
11
15
28
29
30
 
 
 
 
 

Suche

 

Status

Online seit 1033 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 28. Apr, 21:18

Credits

Knallgrau New Media Solutions - Web Agentur für neue Medien

powered by Antville powered by Helma


xml version of this page

twoday.net AGB

Web Counter-Modul

Wetter

Aktuelles Wetter in Linz:


Temperatur: 14 C
UV Index: 0
Luftfeuchte: 44 %
Sichtweite: 10.0 km
Luftdruck: 1014.9 mb
Windstärke: 16 km/h

Weather data provided by weather.com