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Sonntag, 19. April 2009

J G Ballard, 1930-2009

As Linz 09 is about (European) culture in all its forms, this is an appropriate time to reflect on the great British novelist J G Ballard - who died today aged 78 - and his colossal contribution to national, continental and global culture. It's a contribution which extends far beyond his influence on the written word - and far, far beyond the film-adaptations of his work - David Cronenberg's Crash and Steven Spielberg's Empire of the Sun (based on the best-selling, semi-fictionalised memoir of his stranger-than-fiction childhood in war-torn Shanghai.)

As F J Torres noted on the website 'Ballardian' (the author being one of a tiny handful of writers to inspire an adjective): "Ballard’s influence in contemporary cinema is pervasive. From the imagery of Neo New Wave music video clips to French heist fims to Korean Die Hard knock offs it is very easy to find imagery and situations suggestive of Ballard. He may be the first (and maybe the only) chronicler of the world after the post-modern moment. It may be that (as with Philip K Dick) the least Ballardian films are the direct adaptations of his novels." There's an fascinating abundance of writing out there on the myriad connections between Ballard and the cinema, including this from Chris Darke for Senses of Cinema.

The final word, however, should go to Ballard himself. And the following seems particularly appropriate in this particular city, in this particular week of this particular year: Art is the principal way in which the human mind has tried to remake the world in a way that makes sense. The carefully edited, slow-motion, action replay of a rugby tackle, a car crash or a sex act has more significance than the original event. Thanks to virtual reality, we will soon be moving into a world where a heightened super-reality will consist entirely of action replays, and reality will therefore be all the more rich and meaningful. Art exists because reality is neither real nor significant.

Moin

Ein kleiner Nachtrag zum letzjährigen Festival: Wie ja via crossblog weltweit bekannt ist, habe ich im Vorjahr aufgrund übermässigen Alkoholkonsums bei der Crossing Europe Nightline die Vormitagsvorstellung von FRONTIÈRE(S) von Xavier Gens versäumt. Es ist mir später gelungen diesen Film auf DVD zu leihen und somit diese Wissenslücke zu füllen. Dachte ich zumindest. Im Gespräch über diesen Film, besser gesagt über die, auf DVD veröffentlichte Version des Films, erfuhr ich, dass hier besonders die Schlüsselblut-Szenen stark geschnitten wurden und somit eine seriöse Bewertung des Films unmöglich gemacht worden ist. Eine Frechheit, eigentlich hätte ich die Leihgebühr zurückfordern sollen, ärgert sich noch heute ihr Dan Rocker.

Screen the Austrians

Ich glaube auch dieses Jahr wird ein Rekordjahr für den österreichischen Film, nachdem, wie manche vielleicht über die Medien mitgekriegt haben, letztes Jahr mit rund 6 % Marktanteil österreichische Filme eines der erfolgreichsten Jahre überhaupt erlebt hatten - nämlich was die Kinobesuche in Österreich betrifft. Denn in einem durchschnittlichen Jahr entfallen nur etwa 2,3 % aller Kinobesuche in Österreich auf ö. Filme, was uns zu einem der unpatriotischsten Kinoländer Europas macht. Für linke Weltbürger, wie wir ja alle mehr oder weniger sind, ist zwar Patriotismus meist etwas Ablehenswertes, da mit Dingen wie Rassismus, Krieg und Eurofighter-Anschaffung assoziiert. Aber im Falle des österreichischen Films, der ja inhaltlich durchaus einiges zu bieten hat und dafür im Ausland von einem anspruchsvollen Publikum entsprechend gewürdigt wird, ist diese geringe Quote eher enttäuschend. Noch dazu wird selbst diese geringe Quote vor allem durch publikumsträchtige Filme wie "Echte Wiener" oder vor einigen Jahren "Hinterholz 8" und "Poppitz" ermöglicht - bei aller Liebe für das österreichische Kabarett oder das "gold'ne Wiener Herz" doch eher anspruchslose Unterhaltungsfilme.

Dabei gäbe es doch immer wieder auch wirklich gelungene Unterhaltungsfilme aus Österreich. Contact High ist so ein Beispiel. Als "Gegengift" für einen Düringer, wie er in Poppitz oder Hinterholz 8 den "Autoverkäufer und Häuslbauer von nebenan" mimt, könnte man vielleicht den "Autokäufer und Häusldemolierer" Georg Friedrich ansehen. Möglicherweise sowas wie ein Anti-Düringer. Ein Hans Moser vor dem Durchbruch? (Moser war auch schon um die 40, als erst der Tonfilm erfunden wurde, der ihm zu seiner noch heute andauernden Berühmtheit verschaffte) Friedrich spielt im Grunde immer nur Nebenrollen. Allerdings "wichtige Nebenrollen". Und wie einst Moser überspielt Friedrich einfach durch seine Erscheinung-, Ausdrucks- und Sprechweise mühelos jeden seiner Kollegen. Zugegeben, der Vergleich mutet etwas seltsam an, aber im Kern scheint er mir angebracht. Jedenfalls ein großes "Must-See" für den Film als Ganzes, da die Schauspielleistung, aber auch das Szenenbild (z.B. die wunderbar verträumte Hotelrezeption!), und natürlich vor allem die den Film durchgehend begleitende Animation und Bild-"Manipulation", vorhandene Drehbuchschwächen mehr als nur wett macht. Schade nur, dass sich der Filmstart (war diesen Freitag) mit dem Festival überschneidet, und die Premiere nicht Teil des Festivals sein kann.

Dass es nur zwei "Austrian Screenings" (Kleine Fische und Universalove) gibt finde ich nämlich etwas schade. Ich denke man könnte - trotz der darauf spezialisierten Diagonale - auch den österreichischen Film bei diesem Festival zumindest ein bisschen in Szene setzen. Natürlich gibt es das großartige Local Artist-Programm, dass jedes Jahr viele unbekannte oder kaum bekannte Schätze hebt und kleine Meisterwerke präsentiert, vor allem aus dem Kunstuni-Umfeld. Die Film Library, in der all diese und viele Filme mehr für akkreditierte Besucher per Bildschirm "sicht-bar" sind, ist zwar ein gutes Service, aber einen aktuellen österreichischen Langfilm pro Tag auch im Kinosaal im Rahmen des Festivals vorzuführen, mit Beisein des Regisseurs oder so (womit die Vorstellung auch dann von Interesse ist, falls der Film nicht als Vorpremiere oder Premiere gezeigt werden kann), fände ich eine schöne Bereicherung im Sinne einer besseren Einbindung österreichischer Filme in den europäischen Rahmen des Wettbewerbs.

Überschneidungen mit dem regulären Programm gäbe es ja zu Hauf. Im Falle von Contact High etwa Mara Mattuschka, die ja erst letztes Jahr im Rahmen der Local Artists Masterclass am Crossing Europe präsent war. Sie hat eine Tricksequenz zum Film beigesteuert. Georg Friedrich wiederum war zuletzt im 2007 im Wettbewerb Europäisches Kino ausgezeichneten Film Die Unerzogenen in einer natürlich nicht unauffälligen Nebenrolle zu sehen.

crossblog

Crossing Europe Filmfestival Linz // 20. - 26. April 2009

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