Jetzt ist es also so weit. Der 20. April, Tag der Eröffnung des 6. Crossing Europe Filmfestivals Linz. Ab 18 Uhr werden die ersten der vier Eröffnungsfilme (die
Panorama-Filme
Alle Anderen und
Muezzin, der Film aus dem
Ursula Meier-Tribute-Programm
Home, und die Jean-Claude Van Damme-Satire aus dem
Nachtsicht-Programm,
JCVD)
Zeitgleich mit den ersten Filmen findet für geladenes und akkreditiertes Publikum die feierliche Eröffnung des Festivals um 18.30 Uhr im O.K-Zentrum statt. Neben Intendantin Christine Dollhofer wird Linz 09-Leiter Martin Heller und Vizebürgermeister und Kulturreferent der Stadt Linz, Erich Watzl ebenso feierliche wie sicher auch hoffnungsfroh in die Zukunft blickende Eröffnungsworte sprechen. Landeshauptmann Josef Pühringer wird ebenfalls vor Ort sein, um den aus Linz stammenden israelischen Regisseur und Produzenten Micha Shagrir die Landeskulturmedaille zu verleihen. Shagrir, der bei seiner Geburt in Linz eigentlisch Schwager hieß, ist ein in Israel sehr aktiver Filmregisseur und -produzent. Die Doku
Linz - Bischofstraße (2006), in der er sich auf die Suche nach seinen Linzer Wurzeln begibt, ist sicher auch einigen Linzern bekannt. Sie wurde u.a. am Crossing Europe 2006 und im ORF gezeigt. Darin erfährt man nicht nur manches Detail über die jüdische Gemeinde von Linz vor 1938 (sein Vater, Benedikt Schwager, war Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde in Linz), sondern auch über irrwitzige Zusammenhänge. Die Familie lebte im selben Haus wie die Eichmanns, deren Familienoberhaupt Vorstand der evangelischen Gemeinde von Linz war und dadurch mit den Schwagers bekannt und befreundet war; größere Bekanntheit erlangte diese Familie allerdings durch ihren Sohn
Adolf Eichmann, der als einer der Hauptverantwortlichen der Umsezung der Deportation und des Massenmords an den Juden Europas gilt.
Nun stellt Shagrir einen neuen Film mit Oberösterreich-Bezug vor:
Upper Austrians Without Borders. Eine österreichisch-israelisch-namibisch-haitianische Dokumentation (unter Federführung von Shagrirs Tapuz Communications und der Linzer Fischer Film) über drei Oberösterreicher, die in die Welt gezogen sind (eben Namibia, Israel und Haiti) und über ihre Beziehung zur neuen und zur alten Heimat Auskunft geben. Diese Woche, mit Vorstellungen am Dienstag und am Sonntag, hat der Film am Crossing Europe, im Rahmen des
Local Artists-Programms, Weltpremiere.
Otto Normalcrosser - 20. Apr, 15:13