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Donnerstag, 23. April 2009

Merhaba!

Nachdem ich heute mit SUPERHELDEN und SOMERS TOWN noch 2 Filme auf meiner To Do-Liste habe, gibt es jetzt noch eine kurze Nachbetrachtung von PAZAR - BIR TICARET MASALI von Ben Hopkins, einem äusserst sympathisch wirkenden Ressigeur. Die deutsch-kasachisch-türkisch-britische Coproduktion über einen türkischen Händler mit leichten Alkoholproblemen ist ein äußerst entschleunigtes Werk. Ich muss zugeben, dass ich zwischendurch mit Schlaf zu kämpfen hatte, was aber nicht mit dem Film sondern ausschließlich mit der gestrigen Nightline zu tun hatte. Großartige Beschimpfungen erweckten dann aber wieder meine Lebensgeister: "Dogs Sperm" in der obereösterreichischen Version wird auf jeden Fall in meinen Wortschatz aufgenommen! Erfreut verbleibt Ihr Dan Rocker

γεια σου!

Nach den Gefängnissfilmen habe ich mir nun einen neuen thematischen Schwerpunkt aus dem vielfältigen CROSSING EUROPE Programm ausgesucht, lebnsbejahende Filme. Den Anfang machte gestern Abend UNMADE BEDS von Alexis Dos Santos. Eine wunderschöne Homage an anarchisches Lebnsgefühl im London der Gegenwart. Crisis, what crisis? Mensch kann auch liebevoll miteinander umgehen, das erspart einiges an unnötigem Lebensstress. Gekrönt wird UNMADE BEDS von einer großartigen Musikauswahl. Heute Vormittag dann ein Film über eine banale Grundregel des (Über-)Lebens: BEWARE OF GERMAN NAZI-ZOMBIES IN THE NORWEGIAN WOODS!!! Hält man sich daran, steht einem erfolgreichen und geruhsamen Lebensweg eigentlich nichts mehr im Wege - DEAD SNOW von Tommy Wirkola, für jeden Fan eines gepflegten Massakers ein Muß!
Nach dem fantastischen Set von BENGA bei der Dienstags-Nightline, war ich etwas skeptisch, ob irgend ein Act bei mir noch Begeisterung hervorrufen kann, KOLEKTIF ISTANBUL konnten. Leider musste die Gruppe ohne ihren Tuba-Spieler auftreten, der gute Mann ist nach Differenzen mit dem türkischen Militär zur Zeit im Gefängnis. Seine sofortige Freilassung fordert Ihr Dan Rocker

an update to the update

contrary to what I wrote just an hour ago, the clouds have descended, the umbrellas are up on Graben --- into every festival, it seems, a little rain must indeed fall.

Ende gut, alles gut : Shakespeare... and company

some mid-fest updates:

1. Despite my prediction of imminent gloomy weather yesterday , the sun continues to shine - so much for the weather forecasters. Good news for Linz's kiddies who, according to the morning paper, have gone "on strike" along with their teachers. Aux armes, mini-citoyens!

2. On Monday, I wrote that the ferris-wheel on top of the multi-storey carpark next to the OK Center - christened the 'Anna Faris Wheel' by waggish CE-guests - won't be in operation till the end of May. But the wheel looks pretty much ready for business already, with the advertising-sign in the middle lit up last evening in pleasingly retro neon. Best advice, as always: keep watching the skies!.

3. On Tuesday, I noted the 62th birthday of Mr Iggy Pop. Two days on, my homeland is marking a similarly august festival: St George's Day is England's national day, but - despite also being the anniversary of both the birth and death of William Shakespeare - has never (to my knowledge) been a public holiday. CE patrons wishing to mark the festival this evening have a pair of movies starring our "teen Brando", Thomas Turgoose - whose breakthrough picture This Is England was showcased here a year ago. 22.45 at Moviemento is Eden Lake, while simultaneously at City Kino unspools Somers Town. Click on the titles for my Jigsaw Lounge reviews of the films - eagle-eyed readers may be able to identify which of the two I personally recommend you attend.

Ungemach in Betten (ungemachte Betten?)

Wie bereits angesprochen, war für das Kurzfilmprogramm 3 gestern nur schwer ein Ticket zu bekommen - wenn man nicht schon lange im Voraus eines gekauft oder reserviert hat. Insofern hab ich auf Dobuschido verzichtet und spekuliere mal darauf, dass dieser lange Kurzfilm stark überbewertet ist ;-)

Stattdessen hab ich dann später, wie bereits vorgestern bei Upper Austrians Without Borders, wieder an einer Restplatz-Lotterie teilgenommen. Unmade Beds hieß der Film, der, obwohl im größten Saal gezeigt, übergroße Begehrlichkeiten ausgelöst hatte. Die Restplatzvergabe 15 Minuten vor Filmbeginn wurde dann kurzerhand zur Chefsache erklärt, und eng aneinandergekuschelt passten dann doch irgendwie alle in den Saal :)

Der Film ist jedenfalls eine dringende Empfehlung, da er ein sehr geschickt konstruiertes Beziehungsgeflecht und -durcheinander rund um etwa zwei Hauptpersonen spinnt, deren Wege sich alle irgendwie auf Partys in einem besetzten Haus in London-Nottingham kreuzen. Die männliche Hauptfigur Axl, ein etwa 20-jähriger mit Wuschelkopf, der eher wie 17 aussieht, wacht beinahe jeden Morgen in einem anderen Bett auf und kann sich stets nicht daran erinnern, wie er da hin kam. Sehr sympathisch und humorvoll wird das Ganze durch den Schnitt und die sehr sorgfältig ausgewählte Musik (jüngere britische Rockmusik, dann wieder mal kuriose alte Platten, die von den Jugendlichen scheinbar wahllos in den Plattenspieler gelegt werden). Mehr will ich gar nicht verraten. Raten will ich euch jedoch, sofort Karten für die letzte Vorstellung am Samstag um 11.30 zu kaufen oder zu reservieren. Das ist zwar etwas früh, aber der Film ist absolut frühstückstauglich und ein guter Start in den Tag.

Weniger empfehlen möchte ich Dead Snow, eine Art In 3 Tagen bist du tot auf norwegisch. Die angebliche Ironie ist zwar durchaus vorhanden, bleibt aber eher schwach und unmotiviert. Sie kommt durch die Plattheit der Handlung und die - zumindest in den Untertiteln - nicht besonders tiefsinnigen Dialoge und Figurenzeichnungen nicht wirklich zum tragen. Es bleibt doch eher ein typischer Horror-Splatter, der zwar professionell gemacht ist, aber eben inhaltlich etwas laff ist. Allerdings steh ich generell nicht so auf Horrorfilme, da sie meistens immer das selbe Schema benutzen. Am Schluss sind einfach alle mehr oder weniger tot. Wenigstens die Widerstandsversuche sind relativ glaubwürdig und ambitioniert und die Teenies, die da niedergemetzelt werden, versuchen möglichst klug vorzugehen (hier eben schon ein bisschen witzig) und sind nicht, wie in den US-Vorbildern, unglaublich dämliche Blondies und Football-Dödels. Und wer sich ein paar Mal schrecken will - dafür taugt der Film ebenfalls ganz gut. Vielleicht bin ich bloß ein bisschen voreingenommen, da ich letztes Jahr den unglaublich grusligen spanischen Horrorfilm [REC] gesehen hab - der eben kein abgedroschenes Schema benutzte und wirklich extrem schauderhaft war.

Morgen gibts mehr Filme... to be continued...!

crossblog

Crossing Europe Filmfestival Linz // 20. - 26. April 2009

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