Charlys Love and other Sentiments
Die Preise sind vergeben, das Buffet ist geleert, die Partys sind vorbei und der letzte Film ist auch bereits am auslaufen. Das war Crossing Europe 2008. Die Wettbewerbsgewinner stehen fest. Aus meiner Sicht erfreulich ist hierbei, dass ich fast alle Filme, die einen der Preise oder eine Lobende Erwähnung bekommen haben, gesehen habe. Das ist allerdings nur auf den ersten Blick ein kurioser Zufall - auf den zweiten Blick beweist das eine gute Vorauswahl meinerseits ;-)
Im Vorfeld des Festivals hab ich mir im Programm alle Kurzbeschreibungen durchgelesen und jene Filme markiert, die besonders vielversprechend und interessant klingen. Von den 10 Wettbewerbsfilmen waren dies 3, die ich unbedingt sehen wollte: Charly, Love and other Crimes und Regarde-moi. Charly hat bekanntlich den Wettbewerb gewonnen und Love and other Crimes hat den Publikumspreis erhalten :-) Da ich allerdings nur diese 2 Filme gesehen habe (die ausgewählte Regarde-moi-Vorstellung war ausverkauft) fehlt mir leider der Vergleich mit den anderen Filmen. Ich kann allerdings sagen, dass Charly ein äußerst langatmiger Film nach jenem Muster ist, dass 90 % der Zeit nichts passiert, außer das irgendjemand irgendwohin geht, in die Luft schaut oder schläft. Ich weiß, eine Zeit lang waren solche Filme ziemlich angesagt, aber persönlich können mich solche Filme mittlerweile nur noch selten überzeugen.
Ein gutes Beispiel, wo dieses Konzept funktioniert hat, ist zum Beispiel Elephant (der vom "Columbine"-Schulmassaker inspirierte Film über jugendliche Attentäter, der die selben paar Stunden des Tags des Anschlags immer wieder, aus der Sicht verschiedener involvierter Personen, zeigt - wobei diese die meiste Zeit irgendwohin gehen, rumstehen oder rumsitzen. Der Film ist trotzdem relativ spannend, da man jedes mal um eine Perspektive reicher wird und man sehr gut mit den Personen "mitfiebern" kann - was sie wohl tun werden, was man selbst tun würde, was geschehen wird, geschehen sollte, etc...) Bei den vielen langatmigen "Geh-Szenen" von "Charly" vermisse ich higegen irgendeine Spannung oder ein sonstiges, Interesse erzeugendes Moment... Der Film bekommt erst mit den chaotischen Diskussionen der beiden eigenwilligen Hauptcharaktere etwas Witz. Offenbar sind es aber gerade die den Film dominierenden minimalistischen Szenen, in denen einfach nichts geschieht, die den Film als Gewinner im Vergleich mit den anderen 9 Wettbewerbsfilmen qualifiziert.
Sehr gut kann ich jedenfalls den Publikumspreis für "Love and other Crimes" nachvollziehen. Dieses Drama versprüht zwar nicht gerade gute Laune im Publikum - eher im Gegenteil ist der Film dermaßen emotional, dass man immer wieder den Tränen nahe kommen kann. Was den Film wohl als Publikumsliebling auszeichnet, ist, dass er trotz all seiner Tragik sehr schön erzählt ist und - ähnlich wie auch "Revanche" - immer wieder Hoffnung aufkommen lässt und tragische Szenen durch geschickt eingebaute humorvolle Kleinigkeiten aufheitert.
Bei den Local Artists hat der Gewinnerfilm (Market Sentiments von Barbara Musil) - den ich ebenfalls gesehen habe - wohl vor allem durch seine perfekt auf die animierte Rasterung der Landkarten abgestimmte, orchestralische Musikuntermalung für Aufmerksamkeit gesorgt. Einzige Schwachstelle war wohl, dass man als unbedarfter Zuschauer absolut keine Ahnung hatte, worum es eigentlich geht (nämlich um den Immobilienboom in Estland, worauf sich die Landkarten bezogen und die realen Grundstückseinteilungen nachanimiert wurden, wie man in der anschließenden Publikumsdiskussion erfahren durfte).
Was ich persönlich vom Festival mitnehmen werde, sind die vielen Diskussionen mit den Regisseuren. Egal, was man von den Filmen, die man gesehen hat, hält - die anschließenden Diskussionen mit den Regisseuren geben einem auf jeden Fall einen wichtigen Erkenntnisgewinn. Und als fleißiger "Wikipedianer" freut mich in diesem Zusammenhang auch sehr, dass ich Hafsia Herzi, Götz Spielmann, Thomas Heise und Stefan Arsenijevic (dessen Artikel ich auch gleich angelegt habe) vor die Linse bekommen habe - und die Wikipedia bzw. die ganze Welt damit um uneingeschränkt nutzbare, urheberrechtslose Bilder dieser Personen bereichert habe ;-) Auch das Crossing Europe profitiert aufgrund der Nennung als Ort, wo die Fotos geknippst wurden, auch mit einer weiteren Bekanntheits und Renommée-Steigerung ;-)
Im Vorfeld des Festivals hab ich mir im Programm alle Kurzbeschreibungen durchgelesen und jene Filme markiert, die besonders vielversprechend und interessant klingen. Von den 10 Wettbewerbsfilmen waren dies 3, die ich unbedingt sehen wollte: Charly, Love and other Crimes und Regarde-moi. Charly hat bekanntlich den Wettbewerb gewonnen und Love and other Crimes hat den Publikumspreis erhalten :-) Da ich allerdings nur diese 2 Filme gesehen habe (die ausgewählte Regarde-moi-Vorstellung war ausverkauft) fehlt mir leider der Vergleich mit den anderen Filmen. Ich kann allerdings sagen, dass Charly ein äußerst langatmiger Film nach jenem Muster ist, dass 90 % der Zeit nichts passiert, außer das irgendjemand irgendwohin geht, in die Luft schaut oder schläft. Ich weiß, eine Zeit lang waren solche Filme ziemlich angesagt, aber persönlich können mich solche Filme mittlerweile nur noch selten überzeugen.
Ein gutes Beispiel, wo dieses Konzept funktioniert hat, ist zum Beispiel Elephant (der vom "Columbine"-Schulmassaker inspirierte Film über jugendliche Attentäter, der die selben paar Stunden des Tags des Anschlags immer wieder, aus der Sicht verschiedener involvierter Personen, zeigt - wobei diese die meiste Zeit irgendwohin gehen, rumstehen oder rumsitzen. Der Film ist trotzdem relativ spannend, da man jedes mal um eine Perspektive reicher wird und man sehr gut mit den Personen "mitfiebern" kann - was sie wohl tun werden, was man selbst tun würde, was geschehen wird, geschehen sollte, etc...) Bei den vielen langatmigen "Geh-Szenen" von "Charly" vermisse ich higegen irgendeine Spannung oder ein sonstiges, Interesse erzeugendes Moment... Der Film bekommt erst mit den chaotischen Diskussionen der beiden eigenwilligen Hauptcharaktere etwas Witz. Offenbar sind es aber gerade die den Film dominierenden minimalistischen Szenen, in denen einfach nichts geschieht, die den Film als Gewinner im Vergleich mit den anderen 9 Wettbewerbsfilmen qualifiziert.
Sehr gut kann ich jedenfalls den Publikumspreis für "Love and other Crimes" nachvollziehen. Dieses Drama versprüht zwar nicht gerade gute Laune im Publikum - eher im Gegenteil ist der Film dermaßen emotional, dass man immer wieder den Tränen nahe kommen kann. Was den Film wohl als Publikumsliebling auszeichnet, ist, dass er trotz all seiner Tragik sehr schön erzählt ist und - ähnlich wie auch "Revanche" - immer wieder Hoffnung aufkommen lässt und tragische Szenen durch geschickt eingebaute humorvolle Kleinigkeiten aufheitert.
Bei den Local Artists hat der Gewinnerfilm (Market Sentiments von Barbara Musil) - den ich ebenfalls gesehen habe - wohl vor allem durch seine perfekt auf die animierte Rasterung der Landkarten abgestimmte, orchestralische Musikuntermalung für Aufmerksamkeit gesorgt. Einzige Schwachstelle war wohl, dass man als unbedarfter Zuschauer absolut keine Ahnung hatte, worum es eigentlich geht (nämlich um den Immobilienboom in Estland, worauf sich die Landkarten bezogen und die realen Grundstückseinteilungen nachanimiert wurden, wie man in der anschließenden Publikumsdiskussion erfahren durfte).
Was ich persönlich vom Festival mitnehmen werde, sind die vielen Diskussionen mit den Regisseuren. Egal, was man von den Filmen, die man gesehen hat, hält - die anschließenden Diskussionen mit den Regisseuren geben einem auf jeden Fall einen wichtigen Erkenntnisgewinn. Und als fleißiger "Wikipedianer" freut mich in diesem Zusammenhang auch sehr, dass ich Hafsia Herzi, Götz Spielmann, Thomas Heise und Stefan Arsenijevic (dessen Artikel ich auch gleich angelegt habe) vor die Linse bekommen habe - und die Wikipedia bzw. die ganze Welt damit um uneingeschränkt nutzbare, urheberrechtslose Bilder dieser Personen bereichert habe ;-) Auch das Crossing Europe profitiert aufgrund der Nennung als Ort, wo die Fotos geknippst wurden, auch mit einer weiteren Bekanntheits und Renommée-Steigerung ;-)
Otto Normalcrosser - 27. Apr, 22:12


