Donnerstag, 26. April 2012

krye pesë

Nicht nur der Tiroler Wirtschaftskammer-Präsident und Wirtschaftsbundobmann Jürgen Bodenseer (ÖVP) dachte vor kurzem laut über eine Wiedereinführung der Todesstrafe für "Kinderschänder" nach. Pädophilie gilt in unserer Gesellschaft als eines der größten Tabus, unter dieser Störung leidende Menschen werden gerne als Begründung bzw. Vorwand für diverse Gesetzesverschärfungen verwendet, man denke etwa an die Diskussion über die Vorratsdatenspeicherung. Unter diesem Aspekt fand ich das Thema des Films OUTING von Sebastian Meise und Thomas Reider äußerst spannend: Ein junger Mann beschließt sich als Pädophiler zu outen. Außerhalb seiner Therapie hat er noch nie offen über seine Neigungen gesprochen, seine Intention zu diesem Schritt scheint, sich und seine Umwelt mit seiner Hingezogenheit zu (männlichen) Kindern zu konfrontieren und das Schweigen zu diesem Thema zu brechen. Meise und Reider begleiteten Sven, den Hauptprotagonisten von OUTING, über mehrere Jahre, verwenden Interviews, aber auch seine Kurzgeschichten und Gedichte von ihm um ein Bild seiner Situation zu zeichnen.
Meine anfängliche interessierte Gelassenheit dem Film gegenüber, verwandelte sich rasch in eine, für mich überraschend heftige Verstörtheit. Berichtete Sven am Beginn des Films von seinen, in Suizidversuchen gipfelnden Selbstzweifeln, mit Fortdauer des Dokumentationsprozesses verschieben sich aber seine Grenzen im Umgang mit Minderjährigen immer mehr. Vermutlich nicht nur bei mir schwindet das anfängliche Vertrauen, dass er die Grenze zum sexuellen Kontakt zu den, von ihm begehrten Buben Zukunft auch in nicht überschreiten wird. Zu enthusiastisch berichtet Sven über Begegnungen mit 6 bis 13 jährigen Knaben oder über Gruppenausflüge mit, in einschlägigen Foren kennengelernten Neigungsgenossen. Die im Katalog gestellten Fragen "Gedanken an sich sind straffrei. Wo beginnt Schuld, wo kriminalisiert die Gesellschaft vorschnell?" kreisen auch in meinem Kopf. Zumindest von faschistoiden Scheissdreck wie der "Todesstrafe für "Kinderschänder"" bin ich nach wie vor gedanklich weit entfernt. Schade, dass OUTING nur mit einem Screening beim Festival vertreten war.
Mein persönlicher Schockierungsgrad war beim darauf folgenden Nachtsichtprogrammpunkt LIVIDE von den Inside-Macherinnen Julien Maury und Alexandre Bustillo folglich stark reduziert. Blut, Gewalt, Geistervampiere und LSD-Horrortripmässige Gruselhausaufnahmen. Kurz: angenehm entspannend.
Eigentlich sprachlos verbleibt
Ihr
Dan Rocker
monikart (Gast) - 26. Apr, 22:34

ganz genau

ich kann dem text nur zustimmen. OUTING sei jedem und jeder empfohlen!

Lunarglide 3 (Gast) - 3. Mai, 05:58

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